Lehrgänge & Ausbildung
Grundausbildung, Führungsausbildung und Weiterbildung für Reservisten
Einstiegsmöglichkeiten
Die Ausbildung in der Reserve erfolgt auf Basis des streitkräftegemeinsamen Konzepts und wird in der Regel ausgebildet wie Aktive. Es gibt zwei Hauptwege:
- Als Reserveoffizieranwärter oder -anwärterin oder als Seiteneinsteiger in die Reserveoffizierlaufbahn – Voraussetzung: Soldat oder Soldatin auf Zeit (SaZ) zwei Jahre oder Aufenthalt im Wehrdienst von drei oder mehr Jahren. Umfasst: Eigenverantwortliche Ausbildung zum Reserveoffizier, Offiziersausbildung in Modulen bei der aktiven Truppenarbeit, Abschluss mit Ernennung zum Reserveoffizier.
- Als Reserveunteroffiziersanwärter oder -anwärterin, Reservefeldwebelanwärter oder als Seiteneinsteiger in die Reserveunteroffizierslaufbahn – Umfasst: Unteroffizierausbildung in Modulen (je nach Verfügbarkeit), Fachausbildung in Modulen, Beorderungsmöglichkeit nach Abschluss mit gleichen Beförderungsvoraussetzungen wie Aktive.
Ausbildung Ungedienter
Für Quereinsteiger ohne militärische Vorerfahrung gibt es die Ausbildung Ungedienter – eine modulare, blockweise Grundausbildung von ca. 20 Tagen, die mit dem Zivilberuf vereinbar ist und mit dem Feierlichen Gelöbnis endet. Danach folgt die ergänzende allgemeinmilitärische Ausbildung (modular in zwei bis drei Blöcken zu je drei oder vier Tagen, plus sechs bis sieben Tage Truppenübungsplatz) sowie die Dienstpostenausbildung. Die Nachfrage ist enorm gestiegen. Wichtig: Diese Ausbildung hat erheblich weniger Ausbildungsstunden als die dreimonatige Grundausbildung aktiver Soldaten oder der siebenmonatige FWDL im Heimatschutz.
Führungsausbildung
Für den Aufstieg in höhere Dienstgrade sind Führungslehrgänge erforderlich. Die allgemeinmilitärische Laufbahnausbildung für Reservisten findet in Anlehnung an den aktiven Dienst statt:
- Reserveunteroffizierlehrgang – Für Reserveunteroffizieranwärter, Ausbildung zum Truppführer (drei bis fünf Soldaten) in allgemeinen Sicherungsaufgaben. Schafft die Grundlagen für individuelle Handlungssicherheit als militärischer Führer.
- Reservefeldwebellehrgang – Für Reservefeldwebelanwärter, aufbauend auf dem Unteroffizierlehrgang. Ausbildung zum Gruppenführer (acht bis zwölf Soldaten) im Gefechtsdienst. Vertiefung in Politischer Bildung, Militärgeschichte und Ausbildungslehre.
- Reserveoffizieranwärter-Ausbildung (ROA) – Voraussetzung: Abitur, Fachhochschulreife oder gleichwertiger Bildungsstand. Die Eignung wird am Assessmentcenter für Führungskräfte der Bundeswehr (ACFüKrBw) in Köln festgestellt (Eignungsfeststellungsverfahren mit Tests, Gespräch, Gruppensituationen und Basis-Fitness-Test).
- Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) – Stabsoffizierlehrgänge für höhere Offiziere
- Aufbau- und Fortbildungslehrgänge – Weiterbildung und Sprachausbildung, u. a. an der Unteroffizierschule des Heeres in Delitzsch
Weitere Lehrgänge und Ausbildungen
Neben den Laufbahnlehrgängen gibt es zahlreiche weitere Ausbildungsmöglichkeiten für Reservistinnen und Reservisten. Nach dem Grundsatz „Reservisten bilden Reservisten aus" bietet der Reservistenverband abwechslungsreiche Aus- und Weiterbildungen an:
- KIT-Lehrgänge (Kompetenzzentrum Informationstechnologie) – Spezialisierte IT- und Techniklehrgänge, die an KIT-Standorten wie z. B. Dresden angeboten werden
- Lehrgänge aus dem Trainingskatalog – Die Bundeswehr stellt einen umfangreichen Trainingskatalog bereit, aus dem beorderte Reservisten passende Lehrgänge für ihre Verwendung auswählen können. Die Anmeldung erfolgt über den S1 ResAngel
- Gefechtsdienst und Taktik – Ausbildung als Einzelkämpfer, Aufklärung, Tarnung, Felddienst sowie taktische Führungsausbildung (u. a. APP 6C)
- Waffen- und Schießausbildung – Schießlehrgänge und Waffenhandhabung, Auffrischung und Leistungsnachweis
- Sanitätsausbildung – Einsatzersthelfer und erweiterte Erste Hilfe über die Reservistenarbeitsgemeinschaft (RAG) Sanitätsdienst
- ABC-Abwehr – Schutz vor atomaren, biologischen und chemischen Gefahren, inkl. ABC-Abwehrtrainer-Zertifizierung
- IGF/KLF – Individuelle Grundfertigkeiten und körperliche Leistungsfähigkeit nach Bundeswehr-Standards
- Ausbilderausbildung – Dreistufiges Programm (Methodik, Didaktik, Praxis) für Reservisten, die selbst ausbilden wollen
- Weitere Qualifikationen – Rettungsschwimmer, Sportausbilder (DOSB C-Lizenz), IHK-Ausbilderschein (AEVO)
- Weitere Informationen zur militärischen Ausbildung beim [Reservistenverband](https://www.reservistenverband.de/militaerische-ausbildung/)
Lehrgänge beantragen
Lehrgangsplätze werden über den beordernden Truppenteil beantragt. Der S1 ResAngel plant die Ausbildung und meldet Bedarfe an. Auch das Karrierecenter kann bei der Lehrgangsplanung unterstützen. Voraussetzung ist in der Regel eine aktive Beorderung und die Erfüllung der Mindestdienstzeit im jeweiligen Dienstgrad.